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KWF-Richtlinie "Unternehmenserhaltende Maßnahmen" für den Bereich Tourismus

Leistungsgegenstand

Förderbare Projekte
Unterstützt werden Sanierungs- und Restrukturierungsprojekte von kleinen und mittleren Unternehmen, die es dem Unternehmen ermöglichen, organisatorische, wirtschaftliche, finanzielle und bilanzielle Schwächen zu beheben, um wieder langfristig rentabel wirtschaften zu können und ihre Wettbewerbsfähigkeit wieder zu erlangen.

Leistungsempfänger können physische oder juristische Personen sein. Neu gegründete Unternehmen können in den ersten drei Jahren nach Aufnahme ihrer Geschäftstätigkeit nicht unterstützt werden.


Mindestvoraussetzungen:
Maßnahmen können eingeleitet werden, wenn das zu fördernde Unternehmen einen Jahresumsatz von mindestens EUR 360.000,– erreicht. Wenn der Umsatz der letzten 2 Jahre zwischen EUR 220.000,– und EUR 360.000,– liegt und es sich um einen Leitbetrieb (mindestens 3-Stern-Betrieb bzw. qualitativ hochwertiger Gastronomiebetrieb) handelt, ist in einer touristisch schwach entwickelten Gemeinde die Gewährung  einer Förderung ebenfalls möglich.


Ausnahmeregelungen bei Unterschreitung von Mindestgrenzen:
Ist ein kleines Unternehmen gemäß KMU-Definition, welches die angeführten Umsatzgrenzen nicht erfüllt, aufgrund von besonderen wirtschaftlichen Ereignissen als Unternehmen in Schwierigkeiten einzustufen, kann eine Restrukturierungsbeihilfe trotzdem gewährt werden. Als besondere wirtschaftliche Ereignisse gelten insbesondere:
• unerwartbare und unverschuldete Einnahmenausfälle bezogen auf die Betriebsleistung des Unternehmens (beispielsweise durch die Insolvenz eines Kunden bzw. Auftraggebers) oder mangelnde Verfügbarkeit von Rohstoffen und sonstigen wichtigen Einsatzfaktoren für die Betriebsleistung (beispielsweise durch die Insolvenz eines wichtigen Lieferanten)
• besondere familiäre Notlagen
• regionale Ereignisse (beispielsweise Naturkatastrophen)

Leistungsgeber

  • Land Kärnten, Kärntner Wirtschaftsförderungs Fonds (KWF)
  • Österreichische Hotel- und Tourismusbank GmbH

Zuständigkeit

Kärntner Wirtschaftsförderungs Fonds

www.kwf.at

T (+43-463) 55 800-0

Voraussetzungen

Mindestvoraussetzungen
a) Die Entscheidung über die Einleitung von Defensivmaßnahmen zur Erhaltung von Unternehmen in Schwierigkeiten setzt neben der genauen Kenntnis der Ursachen der Unternehmenskrise die Sanierungswürdigkeit und die Sanierungsfähigkeit voraus.
b) Wesentliche Voraussetzung ist die Bereitschaft und Möglichkeit von Eigentümern und|oder Gläubigern, im angemessenen Ausmaß an der Stabilisierung finanziell mitzuwirken. Der Beitrag des Unternehmens muss bei kleinen Unternehmen mindestens 25% und bei mittleren Unternehmen mindestens 40% betragen.
c) Die Erstellung eines detaillierten Sanierungskonzepts ist unbedingt erforderlich. Dieses Sanierungskonzept muss den Maßnahmenkatalog zur Wiederherstellung langfristiger Rentabilität des Unternehmens enthalten und es müssen diese Maßnahmen finanzierbar sein.
d) Als Abgrenzung zu den offensiven Fördermaßnahmen sind definitionsgemäß nur solche Unternehmen sanierungswürdig und -fähig, denen die Kärntner Stabilisierungsgesellschaft aufgrund eigener Prüfung oder aufgrund externer Prüfung eine nachhaltige wirtschaftliche Überlebens- und Entwicklungschance am Markt einräumt.
e) Als Voraussetzung für die Zuordnung »Unternehmen in Schwierigkeiten« gilt, dass das Unternehmen die Bedingungen für ein Konkurs- oder gerichtlich zugelassenes Sanierungsverfahren erfüllt oder – im Falle von Kapitalgesellschaften – mehr als die Hälfte seines Gesellschaftskapitals verloren gegangen ist.
f) Zwecks Vermeidung jeglicher missbräuchlicher Unterstützung dürfen Beihilfen grundsätzlich nur einmal gewährt werden (»one time, last time«). Liegt es weniger als 10 Jahre zurück, dass eine Rettungsbeihilfe oder vorübergehende Umstrukturierungsbeihilfe gewährt, die Umstrukturierungsphase abgeschlossen oder die Umsetzung des Umstrukturierungsplans eingestellt worden ist (je nachdem, welches Ereignis als Letztes eingetreten ist), dürfen keine weiteren Beihilfen im Rahmen dieser Richtlinie gewährt werden.
g) Ein Unternehmen, das einer größeren Unternehmensgruppe angehört oder im Begriff ist, von einer größeren Unternehmensgruppe übernommen zu werden, kommt für Beihilfen auf der Grundlage dieser Richtlinie grundsätzlich nur dann in Frage, wenn es sich bei den Schwierigkeiten des betreffenden Unternehmens nachweislich um Schwierigkeiten des Unternehmens selbst handelt, die nicht auf eine willkürliche Kostenverteilung innerhalb der Gruppe zurückzuführen sind und die so gravierend sind, dass sie von der Gruppe selbst nicht bewältigt werden können. Gründet ein Unternehmen in Schwierigkeiten eine Tochtergesellschaft, so wird diese zusammen mit dem Unternehmen in Schwierigkeiten, unter dessen Kontrolle die Tochtergesellschaft steht, als eine Gruppe betrachtet und kann nur unter den in diesem Punkt festgelegten Voraussetzungen Beihilfen erhalten.

Zu beachten

Art der Förderung
Die Förderung erfolgt durch
a) Beratung
b) Gewährung von nicht rückzahlbaren Zuschüssen

Ausmaß der Förderung
Übernahme von in der Regel 50% der Kosten für Beratung und Hilfestellung bei der Suche nach einem neuen Gesellschafter und|oder Manager  oder temporären Begleitmaßnahmen für KMU, wie z.B. Management auf Zeit
Die maximal zulässige Risikoübernahme ist abhängig von der Unternehmensgröße und beträgt pro Arbeitsplatz:
1. – 15. Arbeitsplatz EUR 15.000,—
16. – 49. Arbeitsplatz EUR 10.000,—
ab 50. Arbeitsplatz EUR   7.500,—
Beihilfen, deren Betrag unter EUR 2.000,– liegt, werden nicht ausbezahlt.

Benötigte Unterlagen

Förderungsantrag
Der Förderungsantrag ist unter Verwendung des elektronisch zur Verfügung gestellten Antragsformulars vor Projektbeginn beim KWF vollständig ausgefüllt einzubringen.
Für eine endgültige Förderungsentscheidung sollen folgende Unterlagen möglichst in elektronischer Form beigebracht werden:
a) Unternehmensbeschreibung inklusive Firmenbuchauszug
b) Unterlagen über die wirtschaftliche Lage des Unternehmens
c) Unterfertigte Jahresabschlüsse der letzten 3 Jahre
d) Sanierungskonzept
e) Nachvollziehbare und kommentierte Plan-Gewinn- und Verlustrechnung und Planbilanz für mindestens 3 Jahre
f) Organigramm und Anzahl der Beschäftigten auf Vollzeitbasis (Ganzjahresvollzeitäquivalent)
g) Gesellschaftsvertrag, Gewerbeberechtigung, Grundbuchsauszüge oder Miet- bzw. Pachtverträge, Konzessionsurkunden und Betriebsanlagengenehmigungen
h) Sonstige Unterlagen, die für die Projektbeurteilung durch den KWF als notwendig erachtet werden
Es können noch weitere Unterlagen, die für die Projektbeurteilung durch den KWF als notwendig erachtet werden, angefordert werden.

Zusätzliche Informationen

Externe Informationsseiten

https://www.kwf.at/wp-content/uploads/2017/05/KWF_Richtlinie_Unternehmenserhaltende_Masznahmen-min.pdf

http://kwf.at/?inhalt=Unternehmenserhaltende_Masznahmen&id=3-2-6-1

Rechtsgrundlage
K-WFG LGBl Nr. 6/1993 idgF; KWF-Richtlinie "Unternehmenserhaltende Maßnahmen" (Förderungen werden direkt im Rahmen dieser Richtlinie vergeben)
Weiterführende Informationen zu den Rechtsgrundlagen:
Leistungskontrolle

Förderungsprüfung
Zur technischen und wirtschaftlichen Prüfung der einzelnen Förderungsansuchen wird seitens des KWF der Vorschlag der Kärntner Stabilisierungsgesellschaft mbH (KSG) herangezogen werden. Außerdem können bei Bedarf externe Sachverständige hinzugezogen werden.

Förderungsentscheidung
Die Entscheidung über die Förderung trifft das zuständige Organ des KWF unter Berücksichtigung des Ergebnisses der Begutachtung durch die KSG.
Eine Förderung von Projekten, die von der KSG nicht positiv beurteilt worden sind, ist demnach nicht möglich. Dies gilt auch für Beteiligungen an Förderaktionen des Bundes. Die positive Förderentscheidung des KWF stellt kein Präjudiz für einen Kofinanzierungsanteil des Bundes dar.

Leistungsart
Förderungen/Transferzahlungen
Angebot ist abrufbar bis
31.12.2020

Bei Rückfragen zu diesem Leistungsangebot kann folgende Referenznummer relevant sein: 1038967

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